Putti und Kaiserin auf Relief

Rekonstruktion von ätherischen Sphären in einer verunstalteten Wohnung eines alten Mietshauses

Ich nahm an der Renovierung einer fast 100 Quadratmeter großen Wohnung teil, die zum Verkauf bestimmt worden war. Das Heim befindet sich in einem alten Mietshaus im Stadtteil Pest von der ungarischen Hauptstadt. Das Gebäude wurde vom Kunstarchitekten Alfred Wellisch entworfen und gegen 1890 errichtet. Der historisierende, eklektische Palast ist reich an Elementen der Neurenaissance und des Jugendstils. – Ich drücke mir die Daumen, damit es einmal auch Geld für die Rettung der Treppenhausfresken bereitgestellt wird.

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Wie bei vielen alten Wohnhäusern in Budapest, wurde auch diese Wohnung von der ursprünglich geräumigeren, großen Bürgerresidenz abgetrennt. In den letzten Jahrzehnten lebte hier auch eine Ballerina des Opernhauses, aber dann sollte die Wohnung noch mehrere Besitzer haben. Dies ist an den vielen kostengünstigen Zwangslösungen und den einander abweichenden Stilmerkmalen erkennbar, welche die jeweiligen Bewohner dem aufgefundenen Zustand immer wieder hinzugefügt haben. Das führte natürlich zu einem völlig anderen Eklektizismus als der ursprüngliche Eklektizismus des Gebäudes.

In einer Hinsicht bestand jedoch ein echter Konsens während des Eifers der nacheinander folgenden Bewohner bei den Renovierungen: Glücklicherweise griffen sie an die großen Doppelflügeltüren und die Reliefs über denen nicht an. Vielleicht gefielen ihnen auch so die Zimmer, zusammen mit den vergipsten Anblicken. Oder sie wollten nicht einmal für das Niederschlagen von den Reliefs ausgeben, oder haben einfach gelernt, mit den Putti und dem Porträt von der ungarischen Königin Maria Theresia zusammen zu leben. Aufgrund nämlich der Ähnlichkeit und des Namens des Stadtbezirks – Theresienstadt – sollte die habsburgische Herrscherin sein, deren gekranztes Porträt hier von den Meistern der Monarchie verewigt wurde.

Die Wohnung wollte der aktuelle Eigentümer zum Verkauf anbieten und hatte ein relativ kleines Budget für die Renovierung. Meine Aufgabe war die Planung der Renovierung des Wohnzimmers und des größeren Schlafzimmers (vielleicht des ehemaligen Salons und des Zigarrenraums). Dank des professionellen Bauteams werden jetzt die schillernden weißen Reliefs durch die beiden Grautöne der Wand und der Decke hervorgehoben.

Die von mir ausgewählten neuen dunklen Lampen und die filigranen schwarzen Röhrenlüster bilden einen scharfen Kontrast zu den bogenreichen Reliefs und Rosetten. Ziel war es auch, eine zeitgenössische Harmonie mit den gebrauchten Vintage-Möbeln sowie mit den modernen Wahrenhausstücken zu schaffen. Vielleicht ist das gelungen.

Kata Borszéki Architektin: Projektmanagerin, Beschaffung gebrauchter Möbel
Oszkár Jankovich Innenraumplaner: Farbplan, Beschaffung neuer Möbel und Objekte
Vielen Dank an den Meistern für ihre professionelle Bauarbeit!

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